Vom einfachen physischen Unterschied zum wahren ästhetischen Handicap

Von Doktor Béatrice de REVIERS (Mai 2020)

Dank an Eric George für seine Übersetzung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine neue Reihe von Konzepten, eine neue Definition des ästhetischen Handicaps und ein neues Werkzeug. 

 

Bei meinen zahlreichen Treffen mit Menschen und Familien, die von einer ästhetischen Besonderheit angeborenen Ursprungs betroffen sind und aufgrund meiner eigenen Erfahrungen auf diesem Gebiet, konnte ich feststellen, dass wir unsere körperlichen Unterschiede nicht alle auf die gleiche Weise und nicht unbedingt als Handicap betrachten.

Die physischen Unterschiede in eine binäre Vision zu projizieren, indem man sie entweder als einfache Besonderheit ohne Konsequenz oder als echtes « ästhetisches » Handicap einstuft, ist viel zu einfach und sogar gefährlich. Die Realität sieht meiner Meinung nach ganz anders und viel komplexer aus.

Die Existenz einer echten Differenzierungsskala in diesem Bereich sowie die Möglichkeit für den Betroffenen sich im Laufe seines Lebens, abhängig von seinen Erfahrungen und seinen Begegnungen von einer Zone der Skala in eine andere zu entwickeln, wird von der Realität erfordert. Die betroffene Person ist im Übrigen die Einzige, die sich auf dieser Skala einordnen kann.

 

 

 

 

 

 

 

In der Tat ist folgendes klar :

  • Eine Kategorie von Betroffenen betrachtet diesen Unterschied als einfache körperliche Besonderheit. Diese kann im Extremfall als Quelle des Stolzes angesehen werden, die den Betroffenen ermöglicht, sich von anderen abzuheben, wie z.B. Cassandra Naud oder Yulianna Youssef, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit mehreren Anhängern (Tänzerin und Model).
  • Andere erleben diese physische Eigenschaft als « ästhetische Verwundbarkeit« . Obwohl sie ein streng normales Leben führen, sei es in sozialer, emotionaler als auch in beruflicher Hinsicht, wird ihr Wohlbefinden dadurch manchmal in der Gesellschaft beeinflusst, ohne sie einzuschränken. Andererseits sollte man nicht leugnen, dass diese Besonderheit eine Anpassung der betroffenen Personen benötigt und somit auch die Notwendigkeit erfordert, ihre Ressourcen zu mobilisieren, um damit umzugehen. Eine Verwundbarkeit ist eine Schwäche, die nicht ausschliesst, eine Schwierigkeit überwinden zu können.
  • Schliesslich ist diese Besonderheit für letztere ein echtes « ästhetisches Handicap », das einer Veränderung und Einschränkung des gesellschaftlichen Lebens in den von der WHO definierten drei Dimensionen entspricht: Beeinträchtigung, Unfähigkeit und Benachteiligung, die das Leben einschränken oder verbieten « eine als normal angesehene Rolle unter Berücksichtigung ihres Alters, ihres Geschlechts und ihrer soziokulturellen Faktoren, zu erfüllen ». Nur in diesem speziellen Fall und nur da können wir von einem echten « ästhetischen Handicap » sprechen.

Nur wenn wir diese Nuancen kennen, können wir den Menschen helfen, ihren Unterschied so gut wie möglich zu leben.

Doktor Béatrice de REVIERS ( Mai 2020)

(Copyright Béatrice de Reviers)

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